LEBEN BIS ZULETZT
Ambulante Sterbebegleitung in Spandau
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Berichte aus der Arbeit im ambulanten Hospizdienst, Nachrichten und Informationen zu Veranstaltungen.
Aktuelle Nachrichten
Das Johannes - Hospiz begrüßt neue Ehrenamtliche
das Schulungsjahr der neuen Ehrenamtlichen des Johannes - Hospiz ist am 5. Januar mit einem feierlichen Gottesdienst zu Ende gegangen.Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, Lebensbegleitung zu erfahren, in dem sie sich dem Umgang mit Sterben, Tod, Lebensthemen und Angehörigenarbeit gestellt haben. Sie haben über 50 Stunden an diesen Themen gearbeitet, eigenen Erfahrungen eingebracht, ein Praktikum in einer Einrichtung ihrer Wahl absolviert und den Fortbildungen beigewohnt. Wir können neun neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Hospizverein begrüßen, die zuverlässig schon nach wenigen Tagen eine Begleitung begonnen haben. Nicht nur an den regelmäßigen Reflexionsabenden haben sie die Möglichkeit über ihre Begleitungen zu sprechen und sich Rat zu holen, auch für Einzelgespräche und Supervision ist Zeit. Auch in diesem Jahr wurde der Hospizverein mit finanziellen Mitteln durch die Schlötke, die Ruth Dausch Stiftung und die Kuhlmann Stiftung unterstützt. Den Spenderinnen und Spendern sei an dieser Stelle gedankt. Was wünschen wir den "Neuen?" Kraft und Beistand durch die langjährigen Mitstreiter, Gottes reichen Segen bei dieser Arbeit, die uns alle nicht selten an unsere Grenzen bringt und deren viele schöne Erlebnisse uns doch immer wieder nach vorne blicken lassen.
Christine Knop
Das Johannes - Hospiz e.V. feierte sein 10jähriges Bestehen
Am 8. September feierten wir, der ambulante Hospizdienst, unser 10jähriges Bestehen. Ungefähr 120 geladene Gäste folgten unserer Einladung in den Gottesdienst und im Anschluss in den Festsaal im Evangelischen Johannesstift. Ein Rückblick auf 10 Jahre Hospizdienst und ein Ausblick auf die nächsten Jahre durften nicht fehlen.
Viele Menschen haben uns in den vergangenen Jahren die Treue gehalten und uns durch ihr Engagement, sowohl als Spender, Förderer, Kooperationspartner und Kollegen unterstützt. Die 38 ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen standen im Mittelpunkt und wurden in Festreden und in den nachfolgenden Gesprächen geehrt.
Es wurde ein Tag der Freude, dem durch unseren Schirmherren Dr. Erich Marx besonderer Glanz verliehen wurde. Eine kleine Ausstellung zeigte besondere Momente unserer Arbeit und war Gesprächsthema bei dem anschließenden festlichen Buffet, das uns vom Evangelischen Johannesstift geschenkt wurde. Musikalisch wurde der Tag von einem Streicherquartett begleitet, das in namhaften Orchestern der Welt spielt und für Momente der Besinnung sorgte.
Wir danken allen denjenigen, die uns an diesem Tag und in den vergangenen Jahren unterstützt haben und wünschen uns für die kommenden Jahre den Schutz und Segen Gottes, Kraft für unsere Aufgabe im Sinne der Menschen, die wir auf ihren Wegen begleiten.
Christine Knop
Fotos von diesem schönen Tag:
www.berlin-bits.de/freunde/johannes-hospiz/
Amina, Joelma, Samba und Mary Ann......
Mit der lebensbedrohlichen Erkrankung oder dem Tod eines Elternteiles, sind diese Kinderin eine Lebenskrise geraten. Umso glücklicher war ich über den Besuch des Geschäftsführers des Kinderhilfsfonds der Allianz, Dr. Christian König, der für diese Kinder eine Großspende in Aussicht stellte. Mit dieser Spende kann das Johannes – Hospiz kleine und große Wünsche erfüllen. Amina wird eine komplette Ausrüstung für den Schulbeginn und einen Schreibtisch erhalten, auch wünscht sie sich, das Klavierspielen zu erlernen.Auf ein neues Fahrrad darf sich Samba freuen.
Die Mitarbeiter/Innen des Johannes – Hospiz begleiten immer mehr junge Mütter und Väter, die an einer Tumorerkrankung leiden. Oft gerät mit dieser Erkrankungdas Familiensystem ins Wanken und erschüttert damit die normale Entwicklung des betroffenen Kindes. Die Begleitung in den Familien ist nie nur auf den erkrankten Menschen begrenzt, unsere Ehrenamtlichen nehmen sich auch den Kindern an, indem sie Zeit mit ihnen verbringen. Einmal ist es ein Kinobesuch oder ein Bastelnachmittag, ein anderes Mal wird gebacken oder vorgelesen. Hospizarbeit und Lebensbegleitung endet für unsere Mitarbeiter/Innen nicht mit dem Versterben eines Menschen. Die Zurückbleibenden bedürfen unseres Zuspruchs, unseres Mitgefühls und unserer tröstenden Worte. Wie sollen Kinder den Schmerz des Verlustes verstehen, mit dem viele Erwachsene nicht in der Lage sind umzugehen? Mit der Unterstützung des Kinderhilfsfonds können wir ein wenig helfen und so geht unser herzlicher Dank an die Geschäftsführung des Allianz Kinderhilfsfond und Herrn Beckord. Das Lachen der Kinder gehört zu den Kraftquellen, auf die wir in unserer Arbeit angewiesen sind und die uns immer wieder zeigen, dass wir nicht nur geben, sondern ebensoviel erhalten.
Christine Knop
Die Würde des Menschen in Frage gestellt?
Herr L. liegt seit sechs Monaten im Krankenhaus! Herr L. hat nur noch eine begrenzte Lebensdauer! Herr L. hat keine Bauchdecke mehr! Seit einiger Zeit werden Herr L. und seine Familie durch unseren ambulanten Hospizdienst betreut, ein Hospizdienst der sich in erster Linie zur Aufgabe gemacht hat, Menschen zuhause in der vertrauten Umgebung und der Obhut der Angehörigen zu begleiten. Die Mühlen der Bürokratie erlauben uns diesen Akt der Menschlichkeit nicht. Seit sechs Monaten wartet Herr L. auf seine Entlassung aus dem Krankenhaus nach Hause. Er möchte die ihm gegebene Lebenszeit mit seiner Familie und seinem Hund verbringen. Auch der Fernsehsender, der ihm Nachrichten aus seinem Heimatland bringt fehlt ihm. Seine Bauchdecke ist ersetzt durch Beutel vielfacher Art und Größe. .Herrn L. ist der Darm entfernt worden und er darf nie wieder etwas essen oder trinken. Er selbst hat für sein Leben gern gekocht. Herr L.ist auf ein medizinisches Gerät angewiesen, um aus dem Krankenhaus entlassen werden zu können. In den Paragraphen des Sozialgesetzbuches ist dieses Gerät im Leistungsumfang nicht enthalten, so dass Herr L. den Entlassungstermin in dieser Woche nicht wahrnehmen konnte. Es wurde ihm ein Pflegebett bewilligt, in dem der Patient nicht schlafen wird – welch Ironie! Die Verzweiflung der Familie hat mich betroffen gemacht und die Frage nach der viel zitierten Würde am Ende des Lebens musste ich mir gefallen lassen. Es beschämt mich, in meiner Aufgabe als Leiterin eines Hospizdienstes hier mit gebundenen Händen zu stehen, bereit die Grenzen meiner Tätigkeit erkennen zu müssen. Dieses Gerät kann käuflich erworben werden. Es kostet einen Bruchteil dessen, was Herr L. mit seinem Krankenhausaufenthalt an Kosten verursacht.
Ich stelle das Unvermögen, hier im Sinne der Menschlichkeit zu agieren in Frage! Die Würde des Menschen ist darf nie in Frage gestellt werden. Sie ist das höchste Gut und danach sollten wir handeln.
Christine Knop